Funkfeldmessung BOS-Anlage nach DIN 14024

Funkfeldmessung BOS-Anlage: Was gemessen wird – und warum Versorgungslücken im Ernstfall Leben kosten

Die BOS-Anlage ist installiert, abgenommen, in Betrieb. Drei Jahre später baut der Mieter im 2. Obergeschoss einen neuen Serverraum ein – mit massiver Metallverkleidung, dichtem Doppelboden, bleierten Türen. Niemand informiert den Gebäudebetreiber. Niemand misst nach.

Beim nächsten Brandeinsatz können die Einsatzkräfte im Serverraum nicht über Funk kommunizieren. Die BOS-Anlage ist technisch intakt – aber der neue Raum liegt in einer Funkschatten-Zone, die bei der letzten Messung noch nicht existierte.

Dieses Szenario beschreibt eine der häufigsten Schwachstellen in der BOS-Versorgung: Versorgungslücken durch ungemeldete bauliche Veränderungen. In diesem Artikel erklären wir, was eine normkonforme Funkfeldmessung leistet, wie sie durchgeführt wird und in welchen Situationen Sie zwingend nachmessen lassen müssen.

Funkfeldmessung BOS-Anlage nach DIN 14024 – Techniker misst Feldstärke im Gebäude

Warum Funkfeldmessungen unverzichtbar sind

Ein BOS-Repeater sendet in alle Richtungen – aber Funksignale verhalten sich nicht wie Licht. Sie werden von Materialien unterschiedlich stark gedämpft, reflektiert und gebeugt. Nur eine Messung zeigt, was tatsächlich ankommt.

Die Dämpfungswerte typischer Baumaterialien im TETRA-Band (380–400 MHz):

MaterialDämpfung (typisch)Risiko
Normaler Innenputz1–3 dBGering
Stahlbetondecke8–15 dBMittel – mehrere Stockwerke kritisch
Metallverkleidung / Fassade15–30 dBHoch – oft vollständige Abschirmung
Doppelverglasung (Wärmeschutz)10–20 dBHoch – besonders bei modernen Bürofassaden
Tiefgaragenwände (Stahlbeton)20–40 dBSehr hoch – ohne Anlage keine Versorgung
Bleiverkleidung / Strahlenschutzräume40+ dBKritisch – vollständige Eigenversorgung nötig

Was das bedeutet: Ein einziger nachträglich eingebauter Metallschrank in einem Korridor kann den dahinterliegenden Bereich aus der Funkversorgung werfen. Ohne Messung merkt das niemand.

Was eine Funkfeldmessung nach DIN 14024 beinhaltet

Eine normkonforme Messung ist kein Spaziergang mit dem Handfunkgerät. Sie folgt einem definierten Protokoll:

1. Referenzpunkterfassung

Zunächst werden alle relevanten Bereiche des Gebäudes definiert: Alle Räume und Etagen, die von Einsatzkräften im Notfall betreten werden könnten. Daraus ergibt sich ein Messraster – typisch alle 5 bis 10 Meter.

2. Messung der Empfangsfeldstärke (Downlink)

An jedem Messpunkt wird die Feldstärke des BOS-Digitalfunks (TETRA) gemessen. Die DIN 14024 definiert einen Mindestwert von -95 dBm (tatsächlich geforderte Werte können je nach Bundesland leicht abweichen). Dieser Wert muss an allen definierten Messpunkten eingehalten werden.

3. Messung der Sendefeldstärke (Uplink)

Nicht nur der Empfang, auch das Senden des Handgeräts aus dem Gebäude heraus muss geprüft werden. Eine einseitige Messung ist nicht normkonform.

4. Akustischer Durchruf-Test

Ergänzend zum elektronischen Messwert wird in der Praxis ein Sprachtest mit einem echten BOS-Endgerät durchgeführt – in allen kritischen Bereichen. Was auf dem Papier passt, muss auch akustisch funktionieren.

5. Dokumentation und Messprotokoll

Alle Messwerte werden in einem vollständigen Prüfprotokoll dokumentiert: mit Grundriss, Messpunkten, Messwerten, Datum, Messgerät-Kalibrierung und Unterschrift des qualifizierten Prüfers. Dieses Protokoll ist die entscheidende Unterlage bei Feuerwehrbegehungen.

Wann ist eine Neumessung Pflicht?

Diese Frage unterschätzen die meisten Betreiber. Eine einmalige Abnahmemessung schützt nicht dauerhaft. Eine Neumessung ist in diesen Situationen zwingend erforderlich:

Wichtig für Facility Manager Informieren Sie BESCom bei jeder baulichen Veränderung im Gebäude – auch wenn es "nur" ein neuer Mieterausbau ist. Eine Neumessung ist deutlich günstiger als eine behördliche Beanstandung nach der nächsten Feuerwehrbegehung.

Typische Stellen mit Versorgungslücken

Aus über 35 Jahren Praxis wissen wir, wo Versorgungslücken am häufigsten auftreten:

Was kostet eine Funkfeldmessung?

Die Kosten einer Messung hängen primär von der Gebäudegröße und der Anzahl der Messpunkte ab. Für ein mittelgroßes Objekt ist eine professionelle Messung mit Protokoll ein kalkulierbarer, einmaliger Aufwand – der sich gegen die Kosten einer behördlichen Nachforderung oder eines Feuerwehreinsatzes ohne Funkkommunikation rechnet.

BESCom bietet Funkfeldmessungen als eigenständige Leistung an – auch ohne bestehenden Wartungsvertrag. Nach der Messung erhalten Sie ein vollständiges, behördlich anerkanntes Protokoll und eine Empfehlung zu notwendigen Maßnahmen.

💡 Unser Ansatz: Wir messen nicht, um Arbeit zu generieren – wir messen, um zu wissen, was wirklich ist. Wenn Ihre Anlage normkonform versorgt, sagen wir Ihnen das ehrlich. Wenn es Lücken gibt, zeigen wir Ihnen die präzise, kosteneffiziente Lösung.

→ Funkfeldmessung anfragen

Fazit: Eine Messung ist keine Formalität – sie ist die Realitätsprüfung

Gebäude verändern sich. Bauliche Maßnahmen, neue Nutzungen, veränderte Funknetzparameter – jede dieser Veränderungen kann stille Versorgungslücken erzeugen. Nur wer regelmäßig misst und bei Veränderungen sofort nachmisst, kann sicher sein, dass seine BOS-Anlage im Ernstfall das leistet, was sie soll.

BESCom führt Funkfeldmessungen mit kalibriertem Equipment und vollständiger DIN-14024-konformer Dokumentation durch. Als BODeV-zertifizierter Fachbetrieb sind unsere Protokolle behördlich anerkannt – in Hamburg und bundesweit.

Gab es bauliche Veränderungen in Ihrem Gebäude seit der letzten Messung?

BESCom führt eine vollständige Funkfeldmessung durch und zeigt Ihnen, ob Ihre Anlage noch überall normkonform versorgt – mit behördlich anerkanntem Protokoll.

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