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Fachglossar

Objektfunk-Glossar: Begriffe & Definitionen

20 zitationsfähige Kurzdefinitionen der wichtigsten Fachbegriffe rund um BOS-Objektfunk, Gebäudefunk und Digitalfunk – von TETRA und BDA über Erforderlichkeitsmessung bis zur Linkbilanz.

20 Begriffe

TETRA Digitalfunk

TETRA

TETRA (Terrestrial Trunked Radio) ist der digitale Bündelfunkstandard des BOS-Digitalfunks in Deutschland. Er bietet abhörsichere, verschlüsselte Sprach- und Datenkommunikation für Einsatzkräfte und ist die Grundlage moderner Objektfunkanlagen.

Bi-Directional Amplifier

BDA

Ein BDA (bidirektionaler Verstärker, auch Repeater) verstärkt Funksignale in beide Richtungen zwischen Außennetz und Gebäude. Er ist das aktive Kernstück einer Objektfunkanlage und speist die Signale in das gebäudeinterne Antennensystem ein.

Leckwellenleiter

Schlitzkabel

Ein Leckwellenleiter (Schlitz- oder Strahlerkabel) ist ein spezielles Koaxialkabel, das über seine gesamte Länge Funksignale gleichmäßig abstrahlt und empfängt. Er wird vor allem in Tunneln, Tiefgaragen und langen Fluren eingesetzt, wo Punktantennen keine gleichmäßige Versorgung erreichen.

USV (Unterbrechungsfreie Stromversorgung)

USV

Eine unterbrechungsfreie Stromversorgung hält die Objektfunkanlage bei Netzausfall betriebsbereit. Nach den einschlägigen Normen muss die Anlage auch bei Stromausfall über einen definierten Zeitraum funktionsfähig bleiben.

Direct Mode Operation

DMO

DMO ist der direkte Gerät-zu-Gerät-Funkbetrieb ohne Netzinfrastruktur. Im Objektfunk dient er als lokale Rückfallebene, wenn kein Netz verfügbar ist, und hat eine begrenzte Reichweite.

Trunked Mode Operation

TMO

TMO ist der netzgebundene Betrieb über die TETRA-Infrastruktur der BDBOS. Er ermöglicht netzweite, koordinierte Kommunikation und ist der Standardbetrieb einer an das BOS-Netz angebundenen Objektfunkanlage.

Technische Richtlinien BOS

TR-BOS

Die Technischen Richtlinien BOS (TR-BOS) der BDBOS definieren die technischen Anforderungen an Endgeräte, Anlagen und den Anschluss an das BOS-Digitalfunknetz. Sie sind maßgeblich für Genehmigung und Anbindung von Objektfunkanlagen.

BDBOS

BDBOS

Die Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS) betreibt und verwaltet das BOS-Digitalfunknetz in Deutschland. Sie koordiniert Frequenzen und genehmigt den Anschluss von Objektfunkanlagen.

Frequenzzuteilung

Die Frequenzzuteilung regelt, welche BOS-Frequenzen eine Objektfunkanlage nutzen darf. Sie wird über die zuständige Leitstelle bzw. die BDBOS koordiniert und ist Voraussetzung für den genehmigten Betrieb.

Dämpfungsanalyse

Die Dämpfungsanalyse ermittelt, wie stark die Bausubstanz (Beton, Stahl, Glas) die Funksignale abschwächt. Sie ist Grundlage der Objektfunk-Planung und bestimmt Anzahl und Position von Verstärkern und Antennen.

Erforderlichkeitsmessung

EM

Die Erforderlichkeitsmessung (EM) ist eine funkmesstechnische Untersuchung des Gebäudes, die die vorhandene BOS-Funkversorgung objektiv nachweist. Das Ergebnis – ein Messprotokoll – wird der fordernden Stelle als Entscheidungsgrundlage vorgelegt, ob eine Objektfunkanlage benötigt wird.

Panoramamessung

PM

Die Panoramamessung (PM) ist eine Frequenzspektrumanalyse der vorhandenen Funksignale in einem Gebäude oder einer Umgebung. Sie gibt einen Überblick über verfügbare Pegel und Störquellen und wird im Rahmen der Planung eingesetzt – sie ist nicht zu verwechseln mit der Erforderlichkeitsmessung.

Versorgungsmessung

VM

Die Versorgungsmessung (VM) ist eine messtechnische Überprüfung der tatsächlich erzielten HF-Versorgung einer Objektfunkanlage nach ihrer Inbetriebsetzung. Sie ist Bestandteil der Überprüfung und Abnahme nach DIN 14024 und weist nach, dass die geforderten HF-Pegel flächendeckend erreicht werden.

Feuerwehr-Gebäudefunkbedienfeld

FGB

Das Feuerwehr-Gebäudefunkbedienfeld (FGB) ist ein Bedien- und Anzeigeelement nach DIN 14663, das Betriebszustände der Objektfunkanlage einheitlich anzeigt und Einsatzkräften eine ergonomische Bedienung im Einsatzfall ermöglicht. Betriebsverhindernde Störungen werden am FGB angezeigt. Die Verbindung zwischen Anlage und FGB muss im Brandfall 90 Minuten funktionsfähig bleiben.

Verteiltes Antennensystem

VAS / DAS

Das Verteilte Antennensystem (VAS, englisch: DAS – Distributed Antenna System) besteht aus aktiven HF-Verstärkern und dem passiven HF-Verteilnetzwerk. Es verteilt das BOS-Funksignal flächendeckend im Gebäude und sorgt für die geforderte Funkversorgungsgüte an allen relevanten Punkten.

TMO-Repeater (TMOR)

TMOR

Ein TMO-Repeater (TMOR) ist eine Sende-/Empfangseinheit (S/E-Einheit), die das TETRA-Signal des BOS-Netzes über die Anbindeantenne (ABA) empfängt und in das gebäudeinterne Verteilte Antennensystem einspeist. Er ist das Kernstück netzangebundener Objektfunkanlagen und arbeitet im Dauerbetrieb.

Quellenredundanz / HF-Redundanz

Quellenredundanz bezeichnet die Doppelung von Signalquellen (TBS) einer Objektfunkanlage. Beim Ausfall einer Quelle übernimmt die zweite automatisch. HF-Wege-Redundanz bezeichnet dagegen die redundante Führung der HF-Kabelwege im Verteilten Antennensystem, sodass ein Schadensfall die Versorgung nicht vollständig unterbricht.

Linkbilanz / Pegelplan

Die Linkbilanz ist eine rechnerische Pegelplanung, die für den Uplink (Gerät → Basisstation) und Downlink (Basisstation → Gerät) nachweist, ob die erforderliche HF-Leistung an jedem Punkt des Gebäudes erreicht wird. Sie ist Pflichtbestandteil der Fachplanung nach DIN 14024 und Grundlage für die Komponentenauswahl.

Instandhaltung

Instandhaltung umfasst nach DIN 14024 und VDE 0833-4 drei Maßnahmenebenen: Inspektion (wiederkehrende Sichtprüfung), Wartung (vollständige technische Prüfung durch Fachfirma, jährlich) und Instandsetzung (Behebung von Störungen). Die Pflicht zur Instandhaltung liegt beim Betreiber – nicht bei der Errichterfirma.

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