TETRA Digitalfunk
TETRA
TETRA (Terrestrial Trunked Radio) ist der digitale Bündelfunkstandard des BOS-Digitalfunks in Deutschland. Er bietet abhörsichere, verschlüsselte Sprach- und Datenkommunikation für Einsatzkräfte und ist die Grundlage moderner Objektfunkanlagen.
Bi-Directional Amplifier
BDA
Ein BDA (bidirektionaler Verstärker, auch Repeater) verstärkt Funksignale in beide Richtungen zwischen Außennetz und Gebäude. Er ist das aktive Kernstück einer Objektfunkanlage und speist die Signale in das gebäudeinterne Antennensystem ein.
Leckwellenleiter
Schlitzkabel
Ein Leckwellenleiter (Schlitz- oder Strahlerkabel) ist ein spezielles Koaxialkabel, das über seine gesamte Länge Funksignale gleichmäßig abstrahlt und empfängt. Er wird vor allem in Tunneln, Tiefgaragen und langen Fluren eingesetzt, wo Punktantennen keine gleichmäßige Versorgung erreichen.
USV (Unterbrechungsfreie Stromversorgung)
USV
Eine unterbrechungsfreie Stromversorgung hält die Objektfunkanlage bei Netzausfall betriebsbereit. Nach den einschlägigen Normen muss die Anlage auch bei Stromausfall über einen definierten Zeitraum funktionsfähig bleiben.
Direct Mode Operation
DMO
DMO ist der direkte Gerät-zu-Gerät-Funkbetrieb ohne Netzinfrastruktur. Im Objektfunk dient er als lokale Rückfallebene, wenn kein Netz verfügbar ist, und hat eine begrenzte Reichweite.
Trunked Mode Operation
TMO
TMO ist der netzgebundene Betrieb über die TETRA-Infrastruktur der BDBOS. Er ermöglicht netzweite, koordinierte Kommunikation und ist der Standardbetrieb einer an das BOS-Netz angebundenen Objektfunkanlage.
Technische Richtlinien BOS
TR-BOS
Die Technischen Richtlinien BOS (TR-BOS) der BDBOS definieren die technischen Anforderungen an Endgeräte, Anlagen und den Anschluss an das BOS-Digitalfunknetz. Sie sind maßgeblich für Genehmigung und Anbindung von Objektfunkanlagen.
BDBOS
BDBOS
Die Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS) betreibt und verwaltet das BOS-Digitalfunknetz in Deutschland. Sie koordiniert Frequenzen und genehmigt den Anschluss von Objektfunkanlagen.
Frequenzzuteilung
Die Frequenzzuteilung regelt, welche BOS-Frequenzen eine Objektfunkanlage nutzen darf. Sie wird über die zuständige Leitstelle bzw. die BDBOS koordiniert und ist Voraussetzung für den genehmigten Betrieb.
Dämpfungsanalyse
Die Dämpfungsanalyse ermittelt, wie stark die Bausubstanz (Beton, Stahl, Glas) die Funksignale abschwächt. Sie ist Grundlage der Objektfunk-Planung und bestimmt Anzahl und Position von Verstärkern und Antennen.
Erforderlichkeitsmessung
EM
Die Erforderlichkeitsmessung (EM) ist eine funkmesstechnische Untersuchung des Gebäudes, die die vorhandene BOS-Funkversorgung objektiv nachweist. Das Ergebnis – ein Messprotokoll – wird der fordernden Stelle als Entscheidungsgrundlage vorgelegt, ob eine Objektfunkanlage benötigt wird.
Panoramamessung
PM
Die Panoramamessung (PM) ist eine Frequenzspektrumanalyse der vorhandenen Funksignale in einem Gebäude oder einer Umgebung. Sie gibt einen Überblick über verfügbare Pegel und Störquellen und wird im Rahmen der Planung eingesetzt – sie ist nicht zu verwechseln mit der Erforderlichkeitsmessung.
Versorgungsmessung
VM
Die Versorgungsmessung (VM) ist eine messtechnische Überprüfung der tatsächlich erzielten HF-Versorgung einer Objektfunkanlage nach ihrer Inbetriebsetzung. Sie ist Bestandteil der Überprüfung und Abnahme nach DIN 14024 und weist nach, dass die geforderten HF-Pegel flächendeckend erreicht werden.
Feuerwehr-Gebäudefunkbedienfeld
FGB
Das Feuerwehr-Gebäudefunkbedienfeld (FGB) ist ein Bedien- und Anzeigeelement nach DIN 14663, das Betriebszustände der Objektfunkanlage einheitlich anzeigt und Einsatzkräften eine ergonomische Bedienung im Einsatzfall ermöglicht. Betriebsverhindernde Störungen werden am FGB angezeigt. Die Verbindung zwischen Anlage und FGB muss im Brandfall 90 Minuten funktionsfähig bleiben.
Verteiltes Antennensystem
VAS / DAS
Das Verteilte Antennensystem (VAS, englisch: DAS – Distributed Antenna System) besteht aus aktiven HF-Verstärkern und dem passiven HF-Verteilnetzwerk. Es verteilt das BOS-Funksignal flächendeckend im Gebäude und sorgt für die geforderte Funkversorgungsgüte an allen relevanten Punkten.
TMO-Repeater (TMOR)
TMOR
Ein TMO-Repeater (TMOR) ist eine Sende-/Empfangseinheit (S/E-Einheit), die das TETRA-Signal des BOS-Netzes über die Anbindeantenne (ABA) empfängt und in das gebäudeinterne Verteilte Antennensystem einspeist. Er ist das Kernstück netzangebundener Objektfunkanlagen und arbeitet im Dauerbetrieb.
Quellenredundanz / HF-Redundanz
Quellenredundanz bezeichnet die Doppelung von Signalquellen (TBS) einer Objektfunkanlage. Beim Ausfall einer Quelle übernimmt die zweite automatisch. HF-Wege-Redundanz bezeichnet dagegen die redundante Führung der HF-Kabelwege im Verteilten Antennensystem, sodass ein Schadensfall die Versorgung nicht vollständig unterbricht.
Linkbilanz / Pegelplan
Die Linkbilanz ist eine rechnerische Pegelplanung, die für den Uplink (Gerät → Basisstation) und Downlink (Basisstation → Gerät) nachweist, ob die erforderliche HF-Leistung an jedem Punkt des Gebäudes erreicht wird. Sie ist Pflichtbestandteil der Fachplanung nach DIN 14024 und Grundlage für die Komponentenauswahl.
Instandhaltung
Instandhaltung umfasst nach DIN 14024 und VDE 0833-4 drei Maßnahmenebenen: Inspektion (wiederkehrende Sichtprüfung), Wartung (vollständige technische Prüfung durch Fachfirma, jährlich) und Instandsetzung (Behebung von Störungen). Die Pflicht zur Instandhaltung liegt beim Betreiber – nicht bei der Errichterfirma.
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